Deutsche
Einheit
Langsam
aber sicher bewegen wir uns von Einheitsgeschwätz weg in Richtung realistische
Betrachtungsweise. In der alten Bundesrepublik faselte niemand von Einheit
zwischen Ostfriesen und Bewohnern des bayrischen Waldes. Im Höchstfall wurden
deftige Witze über die Bewohner dieser beiden deutschen Landstriche gemacht.
Warum also dieses seltsame Pathos, wenn Mecklenburger, Pommern, Brandenburger,
Schlesier oder Sachsen wieder in die Bundesrepublik eingegliedert sind. Da tappt ein wenig der alte Geist durch die
Politik, von rechts bis links, der uns schon in den Dreißiger Jahren mehr
als plagte. Selbst in Baden-Württemberg sind die Unterschiede zwischen Badenern,
Württembergern, Rhein-Pfälzern, Hohenlohern immer noch hör- und sehbar. Auch
gibt es bei uns im Ländle die unterschiedlichsten Strukturen im
wirtschaftlichen Leben der einzelnen Regionen. Warum sollte das im ganzen
Deutschland anders sein? Und warum sollten die Verhältnisse mit Zwang und
riesigen Transferleistungen angeglichen werden? Es wächst zusammen, was
zusammengehört. In Berlin sehen wir, daß zusammenwuchert, was zu lange getrennt
war. Ob dabei was gutes herauskommt, das werden wir erst in einigen Jahren
feststellen können. Die Berliner Bauwut gehört
zur Geschichte dieser Stadt, die von 1871 bis 1945 deutsche Hauptstadt war.
Im Süden übrigens nicht besonders beliebt. ich hoffe nur, daß die Berliner
Republik, nicht in nationalistische Töne
und Handlungsweisen verfällt, wenn erst einmal die Regierung umgezogen ist.
Und der Größenwahnsinn, die Verlogenheit und Selbstherrlichkeit, die von dieser
Stadt ausging, solange dort regiert wurde, ob monarchistisch,
nationalsozialistisch oder kommunistisch, sollte nicht wiederkehren. Bei einer
Hauptstadt Berlin müssen die Deutschen besonders wachsam sein, wie die
Geschichte lehrt. Im Sumpf einer Millionenstadt wuchern die seltsamsten Blüten.
Deshalb muß das neue Regierungsleben an der Spree besonders kontrolliert
werden. Dank der demokratischen Tradition der Bonner Republik ist mir da nicht
bange. Aber das Umfeld von Berlin hat
rund 70 Jahre Diktatur hinter sich – und erst sieben Jahre Demokratie. Da
gilt es besonders wachsam sein.
Raub
der Töchter?
Die
Anzeige hatte etwas Dramatisches. Da suchte ein Mann per Zeitungsinserat nach
seinen beiden Töchtern. 2.000 Mark Belohnung solle derjenige erhalten, der dem
Mann hilft, die beiden Kinder Victoria
(8) und Rebecca (9) zu finden. Wer
solche Zeilen liest und dazu noch die Bilder der beiden goldigen Mädchen sieht,
denkt freilich zuerst an einen dieser schrecklichen Entführungsfälle oder
womöglich einen Sexualmord. Doch der
Mann erzählt mehr in der Anzeige. Da berichtet er, daß seine Familie, die
beiden Töchter und die Ehefrau von einem enttarnten Agenten einer Organisation,
gegen die der Verfassungsschutz ermittelt, psychisch beeinflußt werden. Der
Vater der Kinder legt noch mehr offen: Er selbst befinde sich in Lebensgefahr.
Ein Irrer, der solche Inserate schaltet. Wohl nicht, denn der Mann vermutet,
daß die Angehörigen in den Einflußbereich
der Scientology-Organisation geraten seien. Beweisen kann er das nicht.
Aber die Methode, mit der er am Rande
des Ruins getrieben wird, ähnele der Methodik, die von Scientologen
betrieben wird, sagt der Vater. Heftige Unterstützung erhält er von der Aktion
Bildungs Information (ABI) aus Stuttgart. Deren Vorsitzender Eberhard Kleinmann hat sich in den
letzten Jahren heftig mit den Scientologen angelegt. Er behauptet, daß bei
Zerrüttung von Familien immer häufiger die Scientologen eine Rolle spielen. Man
muß freilich wissen, daß Kleinmann hinter vielen ungeklärten Fällen plötzlicher
Familien-Entzweiungen die Organisation des Ron
Hubbard wittert. Vielleicht macht es sich dieser Mann zu leicht. Oder
vielleicht ist er einfach auch nur auf Publicity aus. Nicht, daß ich missverstanden
werde. Ich halte von keiner sektenähnlichen Gruppierung etwas. Aber
letztendlich ist jeder Mensch für sich verantwortlich. Was allerdings bei den
beiden gesuchten Mädchen nicht zutrifft. Die haben Vater und Mutter. Und
deswegen muß auch der Vater einen Kontakt zu den beiden haben dürfen.
IHK-Gästeabend
Die
Industrie- und Handelskammer Heilbronn veranstaltete vergangenen Dienstag in
der Harmonie Heilbronns ihren alljährlichen Gästeabend. Unter der Regie des
neuen Hauptgeschäftsführer Heinrich
Metzger war einiges anders und neu. Zum Beispiel gab es nicht mehr das
Who-is-Who-Büchlein, in dem alle Anwesenden (oder besser: jene, die sich
angemeldet hatten) mit Namen und Titel verzeichnet waren. Viel Geld hat die
Kammer mit dieser neuen Regelung in Zeiten knapper Kassen gespart. Auch das
Essen fiel nicht mehr so üppig aus wie in den vergangenen Jahren. Statt Buffet
mit Vor- und Nachspeisen, Käse und Hauptgericht, gab es für jeden Besucher
einen Teller voller „Schweinemedaillons
mit Champignonrahmsauce und anderen Beilagen“, wie Heinrich Metzger in
seiner Rede angekündigt hatte. Und dazu natürlich Getränke. Auch das getragene,
klassische Musikprogramm, das teilweise in den vergangenen Jahren geboten
wurde, war heuer durch recht lautstarke Musik der Gruppe Flat Attack unter der
Leitung von Michael Böttcher ersetzt
worden. Und auch kein prominenter Redner irgendwo aus Deutschland legte den
IHK-Gästen seine mehr oder minder klugen
Gedanken dar, sondern der Landrat des
Main-Tauber-Kreises Georg Denzer
sprach zum Thema „Heilbronn-Franken –
und wie geht es weiter?“. Ein Feuerwerk
neckischer Gedanken fackelte der Napoleon des nördlichsten Landkreises der
Region Franken vor den Zuhörern ab – und endete mit dem Wahlspruch des
Deutschorden-Infantrieregiments 152 „Wir wissen, was wir sind, wir bleiben, was
wir waren.“ Das war natürlich ironisch gesagt. Denn Denzer weiß, daß kaum etwas
bleibt, so wie es war. Die Region wandelt sich rasant. Heinrich Metzger belegte
das mit Zahlen. Zum Beispiel: „Die Zahl der sozialversicherungspflichtig
beschäftigten Arbeitnehmer ist im Zeitraum von 1974 bis 1996 in der Region
Heilbronn/Franken um 30 Prozent gestiegen. Das bedeutet eine Zunahme von rund
67.000 Arbeitsplätzen in der Region. In Baden-Württemberg lag die Zunahme bei
knapp zehn Prozent.“ Erfreuliche Töne – insgesamt beim IHK-Gästeabend. Das ist
selten in Heilbronn. -
Wat
nu, SPD?
Wer
sich mal die Mühe macht und in den Zeitungen blättert, die zwei oder drei
Wochen vor der Wahl am 21. September in Hamburg erschienen sind, der wird
feststellen: Auch unsere lieben Auguren aus den Zeitungsredaktionen haben die
Wahl in der Vorhersage kräftig verloren. Was ist auch von Damen und Herren
Journalisten in Funkhäusern und Redaktionen zu erwarten, die weit weg von Otto
und Lieschen Normalverdiener sind. Sie
reden und denken halt in einer Sprache, die den gutverdienenden Mittelschichten
angemessen ist. Höhere Angestellte, Politiker, gutverdienende Beamte,
Vorstandsmitglieder, etc. Und in denen verdient man so um die 10.000 Mark und
aufwärts. Sorgen, die diese Leute haben, möchten jene gern haben, die an den
Rand der Gesellschaft gedrängt werden, Familienväter, die zum Beispiel maximal
bis zu 5.000 Mark brutto im Monat verdienen. In Hamburg hatte die politische Kaste aus Politik und Journaille nur noch darüber
gerätselt, wer mit Henning Voscherau koalieren werde. Der rechte Rand, der in
unserem Land von Jahr zu Jahr wächst, wird in diesem Zusammenhang außen vor
gelassen. Daß die SPD seit der letzten Bundestagwahl bei jeder Landtagswahl
kräftig verloren hat, jeweils mehr als vier Prozent der Wählerstimmen, auch das
wurde nicht bedacht. Dabei sagen Wahlforscher nun seit Beginn des Jahrzehnts,
daß für die rechten Parteien ein Potential von zehn bis 20 Prozent in
Deutschland vorhanden sei. Wir in Baden-Württemberg wissen darum. Die
Republikaner hatten der der letzten Landtagswahl knapp zehn Prozent erreicht.
In Heilbronn sogar weitaus mehr. Und ihr
stärkster Blutspender ist die Sozialdemokratie, die immer mehr zur Lehrer-,
Beamten- und Angestelltenpartei mutiert. Aber
die Heilbronner Sozis bewegen sich munter in Richtung Grün. Eine
politische Fläche, die schon besetzt ist. Mit dem Thema Sicherheit hätte
SPD-Voscherau in Hamburg die falsche Karte gezogen. Vielleicht wäre ohne
Voscherau und das Thema Sicherheit die SPD bei 30 Prozent gelandet. Bei uns in
Baden-Württemberg hat sie es schon geschafft, bei 25 Prozent zu landen. Die
Zeiten, in denen die Volksparteien lässig über 40 Prozent holten, sind vorbei.
Und die Zeiten, in denen Wahlprognosen bis auf Punkte hinterm Komma zutrafen,
ebenfalls. Jetzt gilt es: Auf den Wähler hören!
Terror
im Urlaub
Wie
sie sich doch ähneln, die Fundis bei uns und in anderen Ländern. In Algerien wird im Bürgerkrieg gemordet,
was immer den Brüdern des rechten Glaubens unter die Hände kommt. Vornehmlich
Frauen, Kinder und Greise. Kolportiert wird in Zeitungsberichten, daß die algerischen Fundamentalisten sauer
sind, da die Bevölkerung ihren Kampf um einen Gottesstaat zu wenig unterstützt,
ja sogar verrät. Man nimmt also Rache an möglichst vielen Unschuldigen.
Gesteuert wird dieser Terror von Asylbewerbern und anerkannten Asylanten aus
Algerien, die ihren derzeitigen Wohnsitz in der Bundesrepublik haben. Sagen
unsere Geheimdienste. Aber nicht nur Inländer werden in moslemischen Ländern
Terroropfer. In Ägypten werden schon seit Jahren Urlauber angegriffen,
verletzt, getötet. Die Ermordung der
acht deutschen Touristen vor dem ägyptischen Museum erregte wenige Tage die
Welt, dann war der Anschlag ad acta gelegt. Und unsere Politiker von links bis
rechts? Die rechten Fundis haben eh kein Mitleid. Sie wollen, daß Deutsche
Urlaub in Deutschland verbringen. Und die linken halten Auslandsaufenthalte von
„Touris“ ohnehin für eine neue Form des Kolonialismus. Resultat: Die Angehörigen
leiden unter dem schmerzhaften Verlust ihrer ermordeten Verwandten, deutsche
Touristen stornieren ihre Urlaube in Ägypten, dort leiden viele Menschen in der
Tourismusindustrie, die nun ohne Arbeit sind – und die moslemischen Terroristen
freuen sich, daß sie dem bösen, dekadenten Westen und dem ägyptischen Staat
wieder mal Schaden zugefügt haben. Diese
Art von Politik kennen wir spätestens seit der französischen Revolution. In
Deutschland-West wurde der Terror bekämpft, aber viele Linksterroristen konnten
sich bis heute zu keiner Entschuldigung gegenüber ihren Opfern durchringen,
ebenso wie die Staatsterroristen aus der
ehemaligen DDR. Wenn der deutsche Staat Menschen im Lande duldet, die von
hier aus Terror in anderen Ländern organisieren, darf er sich nicht wundern,
wenn unschuldige Bürger deren Opfer werden. Und damit brechen Politiker, vor
allem deutsche Minister, ihren Eid. Sie haben die Pflicht Schaden abzuwenden
vom deutschen Volk. Auch im Ausland.
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