Sie stehlen, erpressen, verletzen
oder töten sogar – und kommen ungehindert davon. Gemeint sind Minderjährige,
die zu jung für eine Jugendstrafe und für deutsche Gerichte somit un-verurteilbar
sind, weil Kinder erst im Alter von 14 Jahren strafmündig gesprochen werden
können. Dem deutschen Staat sind die
Hände gebunden. Und die Miniverbrecher, die zumeist aus asozialen
Familienverhältnissen stammen, wissen das sehr wohl, nutzen diese Lücke in der
Gesetzgebung geschickt aus, werden ein ums andere Mal straffällig – denn der
Staat „droht“ mit „sozialen Besserungsreisen“ ins Ausland – und zeigen der
Rechtsprechung eine lange Nase. Die Gelackmeierten sind in erster Linie die
geschädigten Opfer oder in Extremfällen – sprich Mord – die Familienangehörigen
derselben. Wie Spott und Hohn mag diese Gesetzeslücke in ihren Ohren klingen.
Tränen der Trauer werden schnell zu Tränen der Wut, des Hasses. Der Glaube an
Ungerechtigkeit wird geschürt, ein Schrei nach Selbstjustiz wird laut.
Natürlich der falsche Weg. An verantwortlicher Stelle sollte man sich
vielleicht einmal fragen, warum Kinder, nicht zu jung für die abscheulichsten
Verbrechen sind, aber für eine notwendige Bestrafung dann anscheinend doch. Eine Gesetzesänderung muß her, sonst
haben wir bald in den deutschen Städten – auch in Heilbronn! – ähnliche Verhältnisse
wie in Hamburg.
Weindorf-Finale
Es war ein schönes Fest – das Heilbronner Weindorf 1997. Schön bis
auf das Finale am letzten Freitag. An diesem Tag war eine aggressive Stimmung,
zumindest unter den Besuchern auf der Kaiserstraße zu spüren. Es ist ja ein
altbekanntes Bild, daß Flaschen zu Bruch gehen, aber diesmal wurden diese zuvor
in Kopfhöhe geworfen und hätten ohne weiteres den ein oder anderen Besucher
schmerzhaft treffen können. Es gab eine „Menschenjagd“ (vielleicht ja sogar
mehrere?) zu sehen, und Rechtsextreme durften ungehindert antisemitisches und
ausländerfeindliches „Liedgut“ zum Besten geben. Gründe für diese
Negativstimmung gab es vermutlich viele: das Ende des Weindorfs und die damit
verbundene Trauer, wieder ein Weilchen auf ein Heilbronner Feschdle warten zu müssen und natürlich „Freund
Alkohol“, der unvorsichtig genossen, den Alltagsfrust ans Abendlicht bugsierte.
Schade nur, daß ein schönes und gut organisiertes Fest so ausklingen mußte,
aber schwarze Schafe trifft man dort, wo Menschenmassen auftreten, natürlich
zuhauf. Die Frage ist nur, wo eigentlich die Heilbronner Polizei in diesen
Abendstunden unterwegs war. Eine polizeiliche Zwei-Mann-Streife würde allein
schon durch ihre Präsenz, die eine oder andere Gewalttätigkeit im Keim
ersticken.
Jagd erwünscht!
Wenn die Wälder ihr Sommerkleid
gegen die des Herbstes austauschen, beginnt auch für die Jäger die alljährliche
Jagdzeit. Sie spüren die morgendliche Frische nicht, zu groß ist die
Anspannung, zu groß das Jagdfieber. In vielen Männern steckt bis heute noch der
Jagdinstinkt. Allein schon der Gedanke einen Gegner zu überlisten ist Ansporn
genug. Doch die Voraussetzungen der Kontrahenten Mensch und Tier ist alles
andere als fair. Das einzige Risiko, das ein Jäger bei der Jagd eingeht, ist
die Gefahr von einem seiner Kollegen in den Allerwertesten getroffen zu werden.
Aber solche Unfälle kommen so gut wie nie vor, denn jeder, der mit der Flinte
in den Wald wandert, muß erst das „grüne Abitur“ bestehen. Hier wird nicht nur
der Umgang mit der Waffe getestet, sondern auch Kenntnisse über Wildbiologie,
Ökologie und Jagdrecht. Es ist also gar nicht so einfach, ein Jäger zu werden.
Aber wenn man dann alles hinter sich gebracht hat, kann es losgehen. Besonders
in der jetztigen Jahreszeit – dem Herbst. Jetzt endet die Schonzeit für
Hirsche, Rehe und Feldhasen. Jeder Schritt für diese Tiere kann tödlich sein.
Und für die Jäger ein toller Spaß. Das ganze wird sogar befürwortet. Der
Naturschutzbund Deutschland ist der Meinung, daß solange keine Arten bedroht
sind, geht alles in Ordnung. Traurig aber auch wahr. Und außerdem ist Jagen
weit mehr als nur Schießen. Jäger schaffen Ruhezonen für das Wild im Wald und
helfen in Notsituationen wie zum Beispiel bei Tollwut, Seuchen oder wenn in
harten Winter die Nahrung knapp wird. Sie helfen ihnen, pflegen sie, um sie
dann im Herbst wieder abzuknallen. Da es ja schon in Ordnung geht, siehe
Naturschutzbund Deutschland, hoffen wir, daß es kurz und schmerzlos von statten
geht. - k -
Rauchverbot
Den Rauchern geht es an den Kragen.
Immer mehr Unternehmen verbieten den Griff
zum Glimmstengel am Arbeitsplatz. War 1988 in jedem elften Betrieb das
Rauchen untersagt, so ist der blaue Dunst heuer in jedem siebten verpönt. Das
ergab die bundesweit größte Umfrage zum Thema „Rauchen“. Harte Zeiten, die also
auf Tabakfreunde zukommen. Frei nach amerikanischem Vorbild, der öffentlichen
Ausgrenzung von Rauchern durch getrennte Eingangsbereiche auf Firmengeländen
oder durch Geldstrafen für öffentliches Rauchen. Ganz so schlimm ist es in
Deutschland Gottseidank noch nicht, aber
der Weg dorthin scheint geteert. Ein hölzerner Weg, den Amerika und
vielleicht auch bald die Bundesrepublik beschreitet. Die Prohibitionszeit in
Amerika sollte Warnung genug sein. Tabak geraucht und Alkohol getrunken wurde
seit jeher. Verbote sind der falsche
Schritt in die genußfreie Richtung. Bewirken sie doch das Gegenteil, weil
sie den Reiz zudem noch erhöhen. „Es darf keine Werbung für Tabakprodukte mehr
geben!“ Das fordern Politiker weltweit. Doch ein Werbeverbot bedingt einen
Rückzug von Sponsoren. Diverse Veranstaltungen würden nicht mehr stattfinden,
zum Beispiel die Formel Eins. Und das träfe mit Sicherheit nicht nur die
qualmenden Fans. Daß Rauchen die Gesundheit gefährdet und daß derjenige, der
das Rauchen aufgibt, das Risiko schwerer Erkrankungen verringert, weiß jeder.
Dazu bedarf es keiner Demagogen. Toleranz ist gefragt. Toleranz von
Nichtrauchern für Raucher und umgekehrt.
Männer angeklagt
Sie: „Liebst Du mich noch?“ Er sagt:
„Ja.“ Darauf Sie: „Beweise es!“ -Dieser Dialog zwischen Mann und Frau ist
gängiger als man glaubt. Und alles
andere als ein Witz. Es ist eher die Beweisaufnahme einer endlos
dahinziehenden Gerichtsverhandlung in einer Beziehung. Alles was Mann von nun
an sagt, kann und wird vor dem Beziehungsgericht gegen ihn verwendet werden. Es
ist egal, ob man den Hochzeitstag vergessen hat, was wirklich nicht in Ordnung
ist, oder ob es sich um eine kleine
Verspätung handelt – für Frau steht deshalb immer fest: Mann liebt sie nicht!
Und jeder Kommentar den man als Verteidigung anbringt, ist ein weiterer Beweis
seiner Schuld. Sie muß auch immer die Schuldfrage geklärt haben. Oder in
anderen Worten: Sie stellt klar, daß der Mann wieder einmal Mist gebaut hat.
Und selbst wenn er wirklich mal unschuldig ist, wird alles so hingedreht, daß
er am Ende doch verurteilt werden kann. Dabei
dachte doch jeder, Rechthaberei wäre reine Männersache. Weit gefehlt. In
diesem Punkt stehen die Frauen den Männern in nichts nach. Vor allem wenn er
einmal tatsächlich auf der falschen Spur war, wird noch stundenlang später
darauf herumgehackt. Auch was das Urteil betrifft, es ist immer gleich.
Lebenslänglich auf Bewährung! Oder anders ausgedrückt: für den Mann eine
Dauerkarte auf der Anklagebank. Sieht also nicht besonders gut für das
männliche Geschlecht aus, denn auch nur selten endete die Berufung gegen das
weibliche Urteil mit einem „Freispruch“. Aber es kann doch nicht angehen, daß
immer die Männer die „Dummen“ und „Schuldigen“ sind, oder?
Ausbildungsprobleme
Der Ausbildungsstellenmarkt der
Region Heilbronn sucht noch mindestens 220 Lehrlinge – über 400 sind beim
Arbeitsamt der Stadt gemeldet. Theoretisch besteht demnach kein Problem, diese
Lehrstellen zu besetzen, denn laut Milchmädchenrechnung können die auszubildenden
Betriebe auf einen übergroßen Lehrlings-Fonds zurückgreifen. Die Praxis
hingegen sieht anders aus. Unterqualifizierung, schlechte Schulnoten und
Sprachprobleme der Bewerber sind ausschlaggebende Gründe für eine
Nichtausbildung. Sehr viele Firmen
suchen Azubis, die über EDV-Wissen, Buchführungskenntnisse, etc. verfügen.
Berufliche Grundlagen, die weder an Haupt- und Realschulen, noch an Gymnasien
gelehrt werden. Nur in Berufsschulen beziehungsweise -kollegs oder sonstigen
Fortbildungskursen, die größtenteils überbesetzt sind, werden derartige Kenntnisse
vermittelt und das eigentlich schon zu spät. Zu spät deshalb, weil viele
Schüler schon in früheren Jahren konkrete Vorstellungen von ihrem Traumberuf,
den sie später einmal ausüben wollen, haben. Was nützen ihnen vertiefte
Kenntnisse in höherer Mathematik – hier darf und sollte man einen
Taschenrechner benutzen, wenn die
Grundlagen im Kopfrechnen fehlen (fragen sie einmal einen Gymnasiasten, ob
er Dreisatzrechnen kann!), was bringen Gedicht- oder Textinterpretationen in
Deutsch, wenn die Rechtschreibung gravierende Mängel aufweist? Schüler wissen
genau, was ihnen später nützt und was nicht. Wird „Unnützes“ gelehrt, schaltet
man ab. Die Noten fallen dann entsprechend aus. Für unzureichende Schulausbildung
büßen dann aber letztendlich die Lehrstellensuchenden und die -anbieter. Das
Kultusministerium, das die Lehrpläne vorgibt, ist aus dem Schneider!
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