SPD will nach
vorn
Bisher war Peter Alltschekow, vor einem Jahr noch
Spöri-Pressesprecher in Stuttgart, SPD-Fraktionsvorsitzender in der
Regionalversammlung Franken. Jetzt arbeitet er im SPD-regierten Brandenburg –
und sein Nachfolger als Fraktionssprecher heißt Harald Friese, Bürgermeister in Heilbronn, der bei den Heilbronner
Autofahrern nicht allzu beliebte Verkehrsdezernent. Alltschekow war mehrmals
Bundestagskandidat im Wahlkreis Heilbronn, ohne Absicherung auf der Landesliste.
Friese ist schon zuständig für die Bundespolitik der Unterländer SPD und in den
kommunalpolitischen Arbeitskreisen der Landes-SPD ein aktiver Genosse. Eine
Absicherung auf der SPD-Landesliste der Bundestagswahl 1998 könnte somit
möglich sein – wahrscheinlicher als beim doch recht eigenwilligen und oft nicht
auf Parteilinie liegenden Vorgänger Alltschekow. Vehement ging dann auch Harald
Friese die Themen an, die er für die
Regionalversammlung als zukunftsweisend betrachtet: Messe, Güterverteilzentrum,
Schienenverkehrsnetz, ÖPNV, Technologie- und Gründerzentrum, Regionalflughafen,
Autobahnausbau, Großveranstaltungshalle, Fachhochschule, Wirtschaftsförderung.
Vieles, was in der Regionalversammlung besprochen wird, sollte öffentlich in
den Gremien diskutiert werden, fordert der neue Fraktionssprecher. Wenn der
Regionalverband unter Ausschluß der Öffentlichkeit tage, davon nichts an die
Öffentlichkeit dringe, dann könne bei so wichtigen Themen – wie zum Beispiel
der Name – die Region auch nicht zusammenwachsen. Herbe Kritik äußerte Friese am Verhalten der Führungsspitze. Und er
forderte „political leadership“ für die Region. Die Region Franken benötige ein
„Leitbild“, wie andere Regionen im Lande. Und ob der Name der Region Franken
nun in „Heilbronn“ oder „Heilbronn-Franken“ umgetauft werde, sei letztlich
zweitrangig. Die Region werde dadurch nicht aufgewertet, daß man auf der
Hannover Messe unter tausenden Ausstellern alljährlich reichlich verloren
präsent sei, sondern dadurch, daß hier etwas geschehe. Alle blumigen Worte der
letzten zehn Jahre hätten die Region nicht aus dem Windschatten herausgeholt.
Vielleicht schafft diesen Kraftakt ja die aufgewachte SPD?
Alles vorbei
Die
närrische Zeit ist schon einige Tage zu Ende. Keiner spricht mehr über die Tage,
in denen fast alle Fernsehsender uns mit „Helau“ und „Alaaf“ berieselten und
Prunksitzungen aus guten alten Zeiten ausstrahlten, in denen Fasching noch
lustig schien. Die Büttenreden 1997
waren auch nicht besser als die Jahre zuvor. Nur gequält lachte das
Publikum über die Gedichte, deren Versmaß Kennern durch Mark und Bein geht.
Wenn Pointen und Themen nicht lustig sind, dann sollte man doch lieber nach der
Methode von Zimmermann und Zimmermann verfahren und Witze erzählen, über die
wir als Kinder schon gelacht haben. Fasching ist bekanntlich auch die einzige
Jahreszeit, in der man sich benehmen kann, wie man will, ohne daß es allzu
lächerlich wirkt. Wer aber seinen Gefühlen in dieser Zeit freien Lauf ließ und
sich als Frau, Prinzessin oder Commander Spock outen durfte, wird es jetzt
schwer haben. Wer jetzt verkleidet aus dem Haus kommt, sorgt dafür, daß
Nachbarn den Notdienst anrufen – die
Psychiatrie winkt. Vor wenigen Tagen wäre das noch „normal“ gewesen –
zumindest in den Hochburgen. Jetzt ist alles vorbei - und vergessen. Was machen
eigentlich derzeit die Berufsnarren aus den Clubs, die Präsidenten und
Elferräte? Im Heizungskeller sitzen und Trolli, Helau und Alaaf flüstern? Die
meisten Menschen jedoch freuen sich über das wieder „normale“ närrische Fernsehprogramm.
Und das Prinzenpaar? Muß Rechnungen vielleicht bezahlen. Sicher ist aber, zum
Grausen aller Faschingsverächter, am 11. 11. 1997 geht es wieder los.
Pferdemarkt 1967
An diesem
Samstag (22. Februar) beginnt in der Heilbronner Innenstadt der traditionelle
Pferdemarkt. Der Veranstalter des Pferdemarktes, das Verkehrsamt der Stadt
Heilbronn hat bekanntlich einen großen Mann an seiner Spitze, den
Verkehrsdirektor Bernhard Winkler,
der von manchen Leuten auch der „Leuchtturm von Heilbronn“ genannt wird, obwohl
es hier ja nur einen Fluß namens Neckar – aber keinen See oder gar ein Meer
gibt. Dennoch ist so manches Wertvolle wie einst der Nibelungenschatz in den
kühlen Fluten versunken - siehe Rathaus-Skandal. Winklers Amt hat im Vorfeld
des Marktgeschehens in einige Ställe der Region hineingehört und folgendes
„Pferdegeflüster“ aufgeschnappt: „Du,
Karle, reitest Du dieses Jahr auch mit Deinem Herrle zur Prämierung?“,
fragt Stute Elisabeth. „Oder läßt Du
Dich im Anhänger chauffiere?“ – „Das
kommt ganz auf die Witterung an“, wiehert Karle. „Lieber Karle, paß aber auf, daß Du
vor lauter Ponies auch eine schöne Stute findest.“ – „Elisabeth,
weißt Du, das ist nicht so schlimm, denn so ein Kurzurlaub auf dem Heilbronner
Pferdemarkt ist immer noch reizvoller, als zwei Tage im Stall zu stehen.
Schließlich ist der Duft in den Reitanlagen für uns im Gegensatz zu den
zahlreichen Besuchern nichts Neues. Während die uns mit warmen Pelzjacken und
atemberaubenden Parfüm nicht verwirren können, kann dies bei einer schicken
dreijährigen Stute schon der Fall sein. Und wenn die dann im flotten Galopp der
Kommission sich von mir angewiehert toll präsentiert und ihr Herrle am Montag
von Heilbronns Oberbürgermeister Dr. Manfred
Weinmann in der Alten Kelter den Ehrenpreis abholen kann, teilen wir uns
dann anschließend im Stall die verdienten Zuckerle. Also bis Samstag und lupf’
Dein Huf recht galant.“ – Geschichten, die das Leben wiehert. Wie so manche aus
dem Heilbronner Rathaus - vom Amtsschimmel, der sich unter die Literaten gemischt
hatte. Gell, hano, so isch`s halt.
Schlampereien
Es ist mal
wieder soweit. Wie jedes Jahr flattern im Januar und Februar die Rechnungen für
Versicherungen, Abonnements und vieles mehr in die Briefkästen. Auch muß jeder
seine Steuererklärung an unseren lieben Staat abgeben. Aber auch die Städte
sind verpflichtet, einen Bericht über den Finanzhaushalt des vergangenen Jahres
aufzulisten und der Öffentlichkeit vorzulegen. Für die Stadt Heilbronn ist das
seit dem Rathaus-Skandal eine spannende Angelegenheit. Denn der Untreue-Fall im
Heilbronner Führungshaus ist bei vielen noch lange nicht vergessen. Wunden
werden zur Zeit mit viel Selbstmitleid geleckt. Außerdem liegt jetzt der
Bericht für 1995 des Heilbronner Rechnungsprüfungsamtes vor. Das Fazit – man
muß es so deutlich sagen – ist erschreckend. Schlampereien, Schludereien und
Ungenauigkeit mußten die Prüfer beanstanden. So zum Beispiel die Heilbronner
Feuerwehr. Großzügig berechnete sie
ihren Einsatz beim Beifüllen des Böckinger Sees mit läpischen 10.000 Mark.
Richtig wäre nach der Gebührensatzung aber rund 89.000 Mark. Die Nachforderung
wurde natürlich prompt gestellt. Sparsames Haushalten? Ein anderes Beispiel:
Mitarbeiter des Baudezernats mußten von den Prüfern sage und schreibe rund
400mal auf die Beachtung einschlägiger Vorschriften hingewiesen werden. Auch
was die Berichte des Liegenschaftsamtes betrifft, empfehlen die
Wirtschaftsprüfer höflich eine gründliche Überarbeitung. Eine erschreckende
Bilanz, wenn man bedenkt, daß der Rathaus-Skandal gerade einmal ein Jahr
zurückliegt – und der Hauptprozeß noch ansteht. All diese Fehler hätten etwa 80
Prozent negative finanzielle Auswirkungen nach sich gezogen, wenn das
Rechnungsprüfungsamt nicht eingegriffen hätte. Nun meine Damen und Herren, auf
diese unordentliche Art und Weise wird der Heilbronner Schuldenberg nicht
kleiner. Dem Rechnungsprüfungsamt sei Dank! Ich warte auf den Bericht für 1996.
Vielleicht gibt es ja über Lernerfolge bei den Angestellten demnächst eine
positive Berichterstattung. Aber vorläufig scheint die Devise zu sein: Dienst
nach Vorschrift. Manche Stadträte behaupten ja, jetzt würden die Büroklammern
genauestens abgezählt den Angestellten gegen Vorlage und Unterschrift ausgehändigt.
Aber Frust ist kein gutes Mittel gegen Schlamperei.
Stolzer
Wartberg
Was mußte
ich da im Handelsblatt lesen? – „Was den Bayern der Watzmann und den Schweizern
das Matterhorn, das ist für die Heilbronner der Wartberg, stolze Erhebung und werbendes Wahrzeichen
zugleich. Der mit Reben besetzte und mit einem uralten Wachturm gekrönte
Keuper-Hügel ist zwar nur 308 Meter hoch. Doch selbst der aus Thüringen
stammende, also an mächtigere Kuppen gewöhnte Kaiserliche Notarius Christoph Ludwig Pfeiffer empfand die
Anhöhe 1766 als „der Berge König“. – Das
ist ein wenig übertrieben, aber nett gemeint. Uns Heilbronnern ist der Wartberg
weder Wahrzeichen, noch stolze Erhebung. Man fährt, so man es liebt, zum Essen
hoch. Im Sommer ist das Restaurant ein schöne Gartenwirtschaft, in der die Luft
weitaus besser schmeckt als im Kessel der Innenstadt. Aber was das Handelsblatt
über die Bebauung am Wartberg-Fuß zu berichten weiß, ist doch zur Erinnerung
ganz interessant: „Einige Reiche gedachten, Villen in den Wartberg zusetzen.“
Doch dagegen trat der damalige Oberbürgermeister Paul Mayle löwengleich an. Er
setzte auch durch, daß am Fuße der legendären Anhöhe keine Hochhäuser gebaut
wurden, um die Zufuhr frischer Luft in die Stadt hinein zu sichern. Damit wurde
auch verhindert, daß sich Frost am Wartberg stauen konnte. Auf seine älteren
Tage wollte Mayle selbst ein hübsches Anwesen in die Reben stellen, weshalb ihm
die Bürger prompt das Wohlwollen entzogen. Davon zeugt heute noch am Wartberg
eine Steinplatte mit eingemeißeltem Götz-Zitat. Soviel Witz besaß der damit
Angesprochene noch, daß er eine zweite Tafel anbringen ließ mit der Inschrift:
„Wart no a Weile. OB Meyle.“
Treff beim
Lumpenball
Eine
Gemeinschaftsinitiative war es – und sie hatte zum Erfolg geführt. Jahrzehnte
hindurch war der Heilbronner Lumpenball am Faschingsdienstag so tot - wie ein
rostiger Sargnagel. Nicht verwunderlich in der Stadt Heilbronn, die allüberall
im Unterland als Anti-Faschingshochburg bekannt ist. Aber auf Initiative des
Wochenblatts Neckar Express wurde der neue Lumpentreff in der Heilbronner
Harmonie ein Erfolg – dank der Zusammenarbeit mit dem Verkehrsamt der Stadt
Heilbronn, dem privaten Hörfunksender Radio Ton Regional und der
Carnevalgesellschaft Heilbronn CGH. Weit über 700 Menschen kamen zum Kehraus
der Kampagne 1996/97 in die gute Stube der Stadt – und waren glücklich, daß
wieder etwas geboten wurde. Dabei ist es in Heilbronn äußerst schwierig, einen
Ball zu organisieren. Die Tageszeitung Heilbronner
Stimme kann ein trauriges Lied davon singen. War doch ihr Presseball zum 50. Geburtstag des Verlages im Herbst 1996
wegen mangelhaftem Interesse buchstäblich ins Wasser gefallen. Vielleicht
wird es beim nächsten Presseball in Heilbronn anders – wenn mit dem Lumpentreff
als Vorbild alle Medien zusammen (Südfunk, Tageszeitung, Privathörfunk, Neckar
Express) die Initiative ergreifen. Natürlich gehört ein attraktives Programm
zum Presseball für die Region, eine gewinnträchtige Tombola, ein festliche
Dekoration – und (last but not least) eine gut geplante Werbekampagne. Wenn
alle Medien an einem Strang ziehen, dann garantiere ich, muß der nächste
Presseball in der Regionalhauptstadt Heilbronn nicht ins Wasser fallen. Interesse,
das höre ich allenthalben in vielen Bevölkerungskreisen, ist zuhauf vorhanden.
Man will halt anständig angesprochen werden und etwas für sein Geld geboten
bekommen.
Kaiserstraße
Wer hätt des
au denkt? - In Heilbronn werden bekanntlich fast alle städtischen Bauvorhaben
ein wenig teurer. Zehn oder zwanzig Prozent sind da keine Seltenheit. Was jetzt
aber in der zur Fußgängerzone umgewandelten Ost-West-City-Achse Kaiserstraße
geschieht, das läßt unwillkürlich Schilda aufleben. Die Auseinandersetzungen
des vergangenen Jahres waren in der Versenkung verschwunden, die Geschäftsleute
in der Kaiserstraße hatten sich auch einigermaßen beruhigt – und plötzlich wird
ihnen mitgeteilt, daß demnächst ihre Straße zum Bauplatz werden soll. Geplant
waren für die Verschönerung der einhundert Jahre alten Straße rund 830.000
Mark. Die Gebäude sollen auf ihrer Rückseite an die Versorgungsleitungen
angeschlossen werden. Technisch nicht möglich, stellte man jetzt mir Bedauern
fest. Also nix mit der Kosmetikaktion. 1998 wird frühestens mit dem Umbau
begonnen. Denn jetzt muß erst einmal mit jedem Hauseigentümer und Ladenbesitzer
abgeklärt werden, wie und wo die Leitungen verlaufen sollen. Hätte man mit der
Verschönerung schon im letzten Jahr begonnen, wäre ein Großteil des Geldes zum
Fenster hinausgedrückt worden. Einfach so. Jetzt wird uns wahrscheinlich die
Verwaltung klar machen, daß mit den neuen Erkenntnissen viel eingespart wurde.
Daß die Damen und Herren Stadträte jetzt teilweise strutsauer sind, verstehe
ich durchaus. Zweifeln sie doch erheblich an der Kompetenz der Bauplaner in
Sachen „Kaiser-Straßen-Gestaltung“. Und das zu recht. Denn Schwierigkeiten
dieser Art hätten auch schon im September 1996 bekannt sein können. Damals
wurde von der Stadt jedoch ein völlig anderes Bild gezeichnet.
Freie
Demokraten
Wenn die FDP
aus dem Unterland zum Neujahrsempfang lädt, dann ist ein Mittagessen angesagt –
und viele Worte. Am letzten Donnerstag, dem 13. Februar fegte gleichzeitig ein
gewaltiger Sturm duch Heilbronns Straßen, der die großen Bäume vor dem
Heilbronner Haus des Handwerks hin- und herbog wie Weidenruten. Und ähnlich
verhielten sich die Freien Demokraten bei ihren vielen Sachthemen. Zum Beispiel
IHK-Verweigerer. Einer ihrer Parteifreunde aus Hohenlohe hat in der Region den
Anstoß gegeben, die IHK reagierte reichlich verärgert, die FDP hatte vor der
Landtagswahl die Abschaffung der IHK-Zwangsmitgliedschaft im Wahlprogramm in
Aussicht gestellt, der FDP-Wirtschaftsminister und FDP-Landesvorsitzende Walter Döring will davon jetzt nichts
mehr wissen – und die FDP-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende
Landesvorsitzende Birgit Homburger verkündete in Heilbronn, das sei derzeit
kein vordringliches Problem der FDP. Der Heilbronner Stadtrat Karl-Heinz Losch jammert über die
Verunsicherung der Mitarbeiter bei der Stadt, hervorgerufen durch den
Rathausskandal – und fordert, daß jetzt nach vorn geblickt werden muß. Dabei hatte der gemeinderätliche
Überprüfungsausschuß ein recht lauwarmes Ergebnis abgeliefert, das durch
das erste Gerichtsurteil sich jetzt wie eine Karikatur liest. Wer hat denn
Jahre lang geschlafen, den Haushalt nicht richtig gelesen? 40 Stadträte können
aus ihrer Verantwortung nicht entlassen werden. Sie sind oberstes Organ der
Verwaltung. Trotz allem – die Freien Demokraten sind hochzufrieden mit sich
selbst. Ihre Bundestagskandidaten stehen auch schon fest: Professor Grandjot im
Wahlkreis Heilbronn und Dr. Wolfgang Weng im Wahlkreis Neckar-Zaber.
FDP-Landtagsabgeordneter Richard Drautz lehrt die Wengerter das Fürchten, indem
er Forderungen aufstellt, die das Gespenst erschaffen hat, nämlich, daß unser
Trollinger würde demnächst aus Südfrankreich kommen. Und Birgit Homburger
fordert gar – wenn auch moderat – eine Abschaffung der Wehrpflicht. Die FDP muß
aufpassen, daß sie nicht zu einer Beliebigkeitspartei verkommt, die nur
kurzsichtige Klientelpolitik betreibt. Der kurze Aufwind 1996 kann auch zu
einem Sturm werden, der sie hinwegfegt. Wie aus den meisten Landtagen schon
geschehen.
So perfekt
wie Heidi
Es begann im
fernen Australien, im brütend-heißen Melbourne, wo die erst sechzehnjährige
Martina Hingis eine gewisse Steffi Graf entthronte. Wir erinnern uns: Steffi Graf, Wimbledonsiegerin von 1987
und bis dato jüngste Siegerin eines Grand-Slam-Turniers aller Zeiten. Aber alle
Tennisfans wissen, daß jedes dieser großen Turniere seine Tücken hat. Egal ob
Melbourne (zu heiß), Paris (zu sandig), Wimbledon (Rasen zu rutschig) oder New
York (zu einflugschneisig) – den jungen Athleten wird einiges abverlangt. Martina
Hingis hat das alles irgendwie nicht gestört, sie hat einfach gewonnen. Und
zwar gegen Mary Pierce, die sich vor geraumer Zeit sich von etwas getrennt hat,
das zum Damentennis wie die Drogen zu Amsterdam gehören: von ihrem Vater.
Seitdem trägt sie die engsten und kürzesten Röcke. Kurz gesagt: Manch Schabernack ist dem männlichen
Tennisfan vorstellbar, wenn er die Französin nach den Bällen greifen sieht.
Von Martinas Vater weiß man nur, daß er Tennisplatzwart in Kosice sein soll.
Mutter Hingis hat alles in lockerer Manier im Griff. Ihre Tochter darf neben
ihrem Sport eigentlich alles. Reiten, Eis essen, fernsehen oder einfach mal
null Bock haben. Durch Mutter Hingis scheint der Gebrauchtwagenhandel im
Damentennis endgültig von der Bildfläche zu verschwinden. Was mag da dem Vater
der bekanntesten deutschen Tennisspielerin durch den Kopf gegangen sein, als
sich die 16jährige völlig unbezwungen den großen Titel holte? Der Vater ein
Platzwart, das Mädel 16 unverletzte Jahre alt, mit Wohnsitz im Kanton Graubünden,
wo Minderjährige keine Steuern zahlen müssen! Ein Schweizer Maidli, so perfekt
wie Heidi.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen